Schneibstein-Überschreitung oder von Hütte zu Hütte im Berchtesgadener Land

11.-13.06.2016

Es gibt nichts Schöneres als die Sommer-Wochenenden in den Bergen und auf den hiesigen Hütten zu verbringen. Der Sommer hat dieses Jahr definitiv noch Anlaufschwierigkeiten, nichtsdestotrotz habe ich mir endlich den Wunsch erfüllt, eine ganz bestimmte Region zu erkunden: 3 Tage Berchtesgadener Alpenland mit der Schneibsteinüberschreitung.

Auch wenn die Wetteraussichten nicht gerade rosig waren, war die Vorfreude dafür umso größer. Los ging es mit dem Aufstieg zum Carl-von-Stahl-Haus auf einer normalerweise vielbegangenen Forststraße. Davon haben wir allerdings nicht viel gemerkt, denn das Wetter hatte wohl die meisten Wanderer verschreckt. Nach einem ordentlichen Regenguss sind wir gegen späten Nachmittag am Carl-von-Stahl-Haus, unserer ersten Nächtigungshütte, angekommen. Die Alpenvereinshütte liegt inmitten des Berchtesgadener Nationalpark, am Torrener Joch, an der Grenze zwischen Bayern und dem Salzburger Land. Schon am Abend hatte der Himmel ein wenig Erbarmen mit uns und zeigte hier und da, in welch wunderbarer Umgebung wir uns befanden. Nach einer sehr guten Stärkung und einer geruhsamen Nacht ging es am nächsten Morgen zeitig Richtung Schneibstein. Doch bevor wir mit der Gipfelstürmung des 2.000er Berges beginnen konnten, bot sich uns noch ein Blick ins Bayerische Land mit einem wundervollen Regenbogen. Beglückt von diesem Anblick ging es Richtung Gipfel, der sich bisweilen noch im Nebel hüllte. Unterwegs auf alpinem Gelände begegneten wir der ersten Gams, der noch weitere auf unserer Tour folgen sollten. Am Gipfel selbst auf 2.276 Meter Höhe blieb uns leider die Fernsicht und das umliegende Bergpanorama verborgen. Also machten wir uns weiter auf dem Weg Richtung Seeleinsee hinab in die Windscharte durch teils fels- und gerölldurchsetztes Gras und auch durch teils alte Schneefelder. Die Windscharte machte dabei ihrem Namen alle Ehre, denn der Wind blies uns ganz schön um die Nase. Aber bei schönem Wetter wandern kann ja jeder! 😉
Also ging es weiter. Bald zeigte sich vor uns der Seeleinsee, über dem der graue Kahlersberg aufragt, den wir auch schnell erreichten. Und während wir der Stille der Natur lauschten, den Ausblick genossen und Rast machten, hatten wir Gesellschaft von einem Murmeltier. Nach der Stärkung ging es weiter. Denn es lag noch ein weiterer Aufstieg, der Hochgeschirr-Sattel, vor uns. Über Schneefelder hindurch stiefelten wir bergauf. Über uns brach sogar ab und zu der Himmel auf und zeigte seine königsblaue Seite. Wir liefen unterhalb der beeindruckenden Laafeldwand entlang. Kurz darauf gelangen wir auf einen sehr schönen Höhenweg oberhalb des Landtalgrabens, der uns zur Gotzenalm, unserer 2. Übernachtungsstätte, brachte. Nachdem wir unser Lager bezogen hatten, machten wir uns noch auf dem Weg zum Feuerpalfen, dem Hausberg der Gotzenalm auf 1.741 Meter. Am Aussichtspunkt angekommen, hatten wir einen tollen Blick auf den Königsee mit St. Bartholomä und der Ostseite des Watzmanns. Auch wenn das Bild bei blauen Himmel und Sonnenschein noch schöner gewesen wäre, hatten wir ein fantastisches Wetterspektakel mit Wolken, die kamen und gingen, aufstiegen, sich breit machten, um dann doch wieder ihren Rückzug anzutreten. Auch wir traten unseren Rückzug an, denn vom Tal herauf kamen die vollen Regenwolken und mit ihnen der Nebel, der sich erneut wie eine Hand über die Berglandschaft legte. Kurz vor dem Regenguss kamen wir zurück in die Hütte und machten es uns für den Abend gemütlich. Zum Glück war der Hausherr ein ebenso großer Fußballfan wie wir und unsere Mitbewohner für diese Nacht, und so konnten wir das EM-Vorrundenspiel der deutschen Nationalelf gegen die Ukraine gemeinsam in der Gaststube anschauen. Nach einer weiteren Hüttennacht ging es am nächsten Morgen gut gestärkt Richtung Königssee. Der Abstieg erfolgte über den Kaunersteig, der nichts für ganz schwache Nerven ist, besonders nicht nach einer regenreichen Nacht. Aber dank Drahtseil war der Abstieg recht gut zu meistern. Und so gelangten wir nach 4 h unten am See an. Dort machten wir noch eine Rast in der Saletalm. Mit dem Boot ging es dann über den See wieder zurück zum Ausgangspunkt unserer 3-tägigen Tour, dem Ort Königssee. Hier angekommen zeigte sich die Sonne noch mal von ihrer besten Seite. Wir versüßten uns die Tour zum Abschied noch mit einer leckeren Kugel Eis. Danach traten wir die Rückreise nach München an.

Und ich muss sagen, trotz dessen, dass uns das volle Bergpanorama verwehrt blieb, war es eine sehr schöne, manchmal herausfordernde, aber immer spannend und interessante Tour. Und es war sicherlich nicht das letzte Mal, dass ich diesem wunderschönen Berchtesgadener Land einen Besuch abgestattet habe.

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