Best of – 10 Tage Alpenüberquerung

15.08.2016 – Alpenüberquerung

So eine Fernwanderung hat ziemlich viel zu bieten. Nicht nur die Eindrücke, die man sammelt, sondern auch die Erlebnisse und Begnungen sind das, was die Erinnerung hinterher aufrecht erhält und sie sind das, was die Erfahrung noch einzigartiger macht. Daher folgt hier und jetzt das Best of, die tierischen wie menschlich einprägsamen Begegnungen, die skurilsten Erlebnisse und die Anekdoten, die einfach zu jedem Ereignis dazu gehören 🙂

Best of – fangen wir an:

  1. Unser Kellner-Karma
    Wenn man schon beim ersten Gasthausbesuch am ersten Tag merkt, dass das mit uns und den Kellnern nichts wird, dann hat man wohl ein so genanntes „Kellner-Karma“. Das hat uns leider auch die ganze Zeit über verfolgt.
    Begonnen hat es an einem lauen Sommer-Abend im Biergarten. Wir warten und warten. Dann bekommen wir endlich die Speisekarte. Wir werfen einen Blick hinein und sind begeistert vom 4er Probier-Bier-Paket, welches wir auch unbedingt bestellen wollten. Gesagt, getan! Die kurze Antwort des Kellners versetzte uns aber rasch in die Realität zurück „Gibt’s nicht“. Ja warum denn nicht, wollten wir wissen, schließlich stand es auf der Karte und das Brauhaus machte nicht den Anschein, dass das Bier alle ist. „Gibt’s nicht“ war dann wieder die Antwort – umpf, unser Kellner-Karma begann und nahm seinen Lauf.
    Am zweiten Abend in der Weinklause: nettes Ambiente, schöner Abend. Diesmal bediente uns eine Kellnerin, mmh… vlt haben wir bei ihr ja mehr Glück. Essen ausgewählt, aber die alles entscheidende Frage war ja viel mehr: was trinken wir dazu. Klar, in einer Weinklause musste es ein Wein sein. Aber welcher? Also nicht lange gezögert und die Kellnerin nach dem zum Essen passenden Wein gefragt. Ihre Antwort: „Das kommt ganz darauf an, welchen Wein Sie gern trinken.“ Nein, dachten wir uns, es kommt doch darauf an, welcher Wein am besten zum Essen schmeckt! Also entschieden wir selbst…unser Karma war wieder bei uns…
    Oder unser Hotelier in Meran: Ankunftstag, es war gegen halb sieben. Wir wollten etwas essen und dabei die ersten Ecken von Meran erkunden. Aber natürlich brauchten wir die Hilfe von einem, der sich auskennt. Die Rezeption war nicht besetzt und es war auch kein Schild vorhanden, auf dem ausgewiesen war, dass auch niemand zu erreichen war. Also klingelten wir. Und Signore kam auch gleich. Aber nachdem wir unser Anliegen vorgebracht hatten, bekamen wir als Antwort nur „Kann das nicht bis nach dem Essen warten?“ Nein, leider nicht, denn wir hatten auch Hunger!Zum Glück waren die Kellner(innen) auf den Hütten wesentlich freundlicher – vielleicht liegt das aber auch einfach an der frischen Höhenluft, die das Gemüt nicht so düster macht, denn wir sind doch eigentlich ganz freundliche, harmlose Gäste 🙂

  2. die tierischsten Begnungen
    Auf so einer Tour begegnet man ja nicht nur Wanderern und Einheimischen, nein auch an einer Vielzahl von Vierbeiner kommt man vorbei oder man wird von ihnen verfolgt oder sie stehen einfach so im Weg rum 😉
    Das gängiste Vieh ist keine Frage das Braunvieh, also entweder die Kuh oder der Bulle. Und die lümmeln meist am Rand rum, entweder chillen sie grad in der Sonne, fressen Gras oder markieren ihr Revier auch gern mal auf dem Wanderweg. Aber am süßesten (kann man das überhaupt bei Kühen sagen?!) sind immer noch die Kälber, die auch ein wenig anhänglich waren. In 2.000 Meter Höhe begegnet man dann auch mal gerne ein paar Haflingern…die sind aber wesentlich scheuer als das Braunvieh. Ab und an steht dann auch mal einfach so ein Bison am Wegesrand herum. Oder ein Alpaka kommt einfach so durchs Gatter auf einen zugetänzelt. Etwas kleiner, dafür aber viel viel neugieriger: die Ziegen. Die sind nämlich so neugierig, dass sie einen ganz gern mal verfolgen, um zu schauen, wo man denn so hinwandert. Und nicht zu vergessen, die ganz kleinen Begegnungen: Schmetterlinge, die sich sogar Hautkontakt trauen, um am Finger kurz Pause zu machen. Und nicht zu vergessen das kleine Mäuslein auf dem höchsten Punkt am Pitztaler Jöchl – wie die da wohl hochgekommen ist?! Leider war sie so fix, dass ich kein Foto machen konnte…aber zum Glück haben alle sie gesehen!
  3. die skurilsten Mitwanderer
    sind die, die bei 25° und Sonnenschein ihre Biker-Vollmontur zum Wandern anziehen müssen
    sind die, die einem vom Weg abbringen wollen
    sind die, denen ihr Rucksack zu schwer ist und sie ihn lieber mit der Materialbahn „tragen“ lassen
    sind die, die nur bergauf laufen und bergrunter immer den Bus nehmen
    sind die, die ihren Bedürfnis freien Lauf geben und dabei jedem ihr bestes Stück zeigen müssen
    sind die, die meinen über Booking.com eine Alm und ein Bett im Matratzenlager  buchen zu können 🙂
    und sind die, die dann ihr Telefon auch noch vergessen und den Weg mehrmals gehen müssen.
  4. die beeindruckenden Mitmenschen
    sind die, die am frühen morgen noch Energie haben, Yoga aufm Berg zu machen
    sind die, die was zu erzählen haben
    sind die, die den Weg, den wir in 7 Tagen zurückgelegt haben, in 4 geschafft haben
    sind die, die dabei ohne Brotzeit auskommen
    sind die, mit denen die besten Unterhaltungen am Abend zu Stande kommen
    und ist meine Begleitung, ohne die die Tour nicht das wäre, was sie letztlich war – vielen Dank liebe Corinna!!!! 🙂
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  5. und die bleibenden Erinnerungen
    da ist zum Beispiel der nette Südtiroler, der einen nicht nur einen Schnaps ausgab, sondern auch „humpte“ (also einfach so mal einen hochhebt)
    die Herzlichkeit, mit der man so oft empfangen wurde!
    der Weg, der auf einmal in einen Betontunnel führte und wir nicht wussten, wo und wie wir wieder rauskommen
    die staunenden Augen, wenn man erzählt, dass man zu Fuß von Oberstdorf kommt
    und dann auch der ganze Rest: das gute Wetter, die einzelnen Wege – jede Etappe für sich, die Hütten, die Brotzeiten, die Belohnungs-Schnäpse, der Kuchen, die Ausblicke, das Chillen aufm Berg und und und 🙂

2 Kommentare zu „Best of – 10 Tage Alpenüberquerung

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  1. Liebe Bea,
    Nachdem wir deinen Blog gelesen haben, sind wir noch mehr motiviert, die Alpenüberquerung zu machen .Hoffentlich kriegen wir genügend Bier….
    Du hast wirklich mit viel Herz geschrieben. .
    Wir sind die Zwei vom Daniel (Lermoos )Vielleicht erinnerst du dich an unser sehr nettes Gipfelgespräch vom Berg Ups . .
    LG Moni und Bernd

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Moni, ganz herzlichen Dank und es freut mich, dass ich euch noch mehr motivieren konnte! Wenn ihr noch Tipps und „Insider Wissen“ braucht ;-), dann melde dich! Euch noch einen wunderschönen Urlaub und liebe Grüße aus München, Bea

      Liken

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